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Orgelschwestern

Ein klingender Vergleich

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Mit seiner neuesten CD-Produktion "Orgelschwestern" ermöglicht Roland Götz einen interessanten Vergleich der beiden großen erhaltenen Orgeln von Baltasar Freywis. Obwohl innerhalb der kurzen Periode von nur sieben Jahren erbaut, zeigen die Unterschiede im Konzept beider Werke deutlich die Entwicklung in Freywis' Schaffen. Die Rottenbucher Orgel mit ihren sowohl im Bass als auch im Diskant verkürzten Klaviaturumfängen und traditionellem Spielschrank (Zustand vor dem Handmannschen Umbau) erinnert an Gablers Erstlingswerk in Ochsenhausen mit ähnlichen Merkmalen. Nur wenige Jahre später gewinnt die Gehäusegestaltung beider Meister eine schwerelose Eleganz, die zum Inbegriff des oberschwäbischen Orgelbarocks werden sollte. In Irsee, vergleichbar mit Gablers Meisterwerk in Weingarten, umrankt das Gehäuse organisch aus der Empore herauswachsend die Fensteranlage.

 

_klais/bilder/fotos/Artikel/Rottenbuch/Rottenbuch15.jpgRottenburg, ehem. Stiftskirche

Klanglich fällt der Unterschied weit geringer aus. Zum einen zeigt auch Rottenbuch schon eine reiche Farbpalette in der 8'-Lage, zum anderen diente das Irseer Instrument als einziges weiteres Originalinstrument zwangsläufig als Vorbild für die Schließung der im Rottenbucher Klangbestand im Laufe der Zeit entstandenen Lücken.

 

_klais/bilder/fotos/Artikel/Rottenbuch/Irseee1.jpgIrsee, ehem. Klosterkirche

In Fortschreibung der Tradition seiner früheren Aufnahmen präsentiert Roland Götz wieder einen farbenprächtigen Strauß weitgehend unbekannter Blüten, die beide Instrumente von ihrer besten und sicherlich stilreinsten Seite zeigen. Mag auch die Charakterisierung als Kirchenmusik auf höchstem Niveau (wie im Beiheft beschrieben) für die eingespielten Werke hier und da ein wenig hoch gegriffen sein, erweisen sie sich doch als ideale Literatur für die Vorstellung beider Orgelwerke.

 

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Für über 80 abwechslungsreiche Minuten sei Roland Götz nachdrücklich gedankt!