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Wofür is dat dann jot?

Dat Örjelsche spillt doch och su…

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alle Fotos: Wolf-Rüdiger Spieler

Wir Orgelbauer sind glücklich, dass die von uns für die Aachener Dreifaltigkeitskirche erbaute Orgel hier in der Kölner Trinitatiskirche eine neue Heimat gefunden hat. Als die Orgel 2009 in Aachen aufgegeben und veräußert wurde, war sie quasi noch neuwertig – 22 Jahre sind für eine Orgel kein Alter! Besonders glücklich sind wir, dass das Instrument sowohl architektonisch als auch klanglich so gut hier in diesen Raum eingefügt werden konnte – es wurde ja 1:1 ohne Umbaumaßnahmen umgestellt. Und wir sind sehr glücklich, dass die Orgel hier so wunderbar genutzt wird. An dieser Stelle möchten wir insbesondere Herrn Spieler für das fantastische Programm danken, das hier Jahr für Jahr stattfindet.


Bereits beim Einbau der Orgel hier in die Trinitatiskirche vor 14 Jahren wurde die Anschaffung eines zusätzlichen Spieltisches geplant und der Anschluss für einen solchen mobilen Spieltisch in der Orgel vorbereitet. Damals wurden in der Orgel bereits zusätzliche Magnete installiert, die elektrisch in die Mechanik der Orgel eingreifen.

 

Nun mag man sich in Köln fragen: "Wofür is dat dann jot?– dat Örjelsche spillt doch och su"…

 

Nun, der zusätzliche mobile Spieltisch ist wichtig insbesondere für das gemeinsame Musizieren von Orgel und Orchester bzw. Orgel und Chor, was hier in der Trinitatiskirche ja doch sehr intensiv gepflegt wird. Es gehört heute mehr oder weniger zum Standard in Konzertsälen und Konzertkirchen bzw. in Kirchen, in denen häufig größere Konzerte mit Orchester- und/oder Chordarbietungen aufgeführt werden, dass ein solcher mobiler Orgelspieltisch vorhanden ist.

 

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So finden sich solche mobilen Spieltische beispielsweise in der Kölner Philharmonie oder im Altenberger Dom, um nur zwei naheliegende Beispiele zu nennen – und sind dort auch nicht mehr wegzudenken. Der Spieler – also ich meine der Organist bzw. die Organistin, der oder die jeweils die Orgel spielt – ist mit dem mobilen Spieltisch in unmittelbarer Nähe zu – und in direktem Kontakt mit – dem Orchester und/oder Chor, was für eine gelingende Aufführungspraxis sehr wichtig ist. Die Musiker sind somit nicht mehr – wie bei dem angebauten Spieltisch auf der Empore – klanglich und optisch distanziert.

 

Man kann sich leicht vorstellen, dass so das gemeinsame Musizieren von Orgel und Orchester bzw. Orgel und Chor mit dem mobilen Spieltisch deutlich einfacher und besser gelingt als bisher – und darüber hinaus auch mehr Spaß macht, was sich sicherlich auch positiv auf die Darbietungen auswirkt. Aber auch bei Solo-Darbietungen ist es natürlich schöner, wenn der Spieler (bzw. die Organistin) sich nicht hinter dem Rückpositiv auf der Empore versteckt, sondern gesehen wird und man ihm bzw. ihr auch auf Hände und Füße während des Orgelspiels sehen kann.


Ein weiterer Zugewinn für die musikalischen Darbietungen ergibt sich dadurch, dass das elektronische System des mobilen Spieltisches zahlreiche Möglichkeiten bietet, die mit der Mechanik des angebauten Spieltisches auf der Empore nicht möglich sind, beispielsweise:

  • eine freie Manualzuordnung
  • eine Tastenfessel – da werden Tasten gehalten, obwohl sie nicht mehr gedrückt sind
  • Octavkoppeln und frei programmierbare Koppeln
  • und vieles mehr…

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Der Bau des zusätzlichen mobilen Spieltisches schließt somit nun eine noch offene Lücke zur Nutzung der Orgel.

Und – jetzt verrate ich Ihnen noch ein Geheimnis: Die Orgel kann mit der neuen Technik auch alleine spielen!

 

Wir Orgelbauer möchten uns ganz herzlich für das erneut entgegengebrachte Vertrauen und für die gute Zusammenarbeit bedanken und hoffen, dass wir noch viele weitere Jahre und Jahrzehnte – wir Orgelbauer träumen ja immer von Jahrhunderten – als Orgelbauwerkstatt mit Ihnen in Verbindung bleiben.

Und wir wünschen Ihnen hier in der Trinitatiskirche noch viele schöne kirchenmusikalische und konzertante Stunden!

 

[Grußwort des Orgelbauers zur Einweihung des mobilen Spieltisches, leicht gekürzt]

 

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