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Übersicht

Atlanta/GA, USA, First Presbyterian Church

American Classic in neuem Glanz

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Im Oktober 2013 bekamen wir eine Einladung von Dr. Jens Korndörfer, Director of Worship, the Arts, und Organist an First Presbyterian Church, ein Konzept zur Renovierung und Verbesserung der Möller/Zimmer Orgel der First Presbyterian, Atlanta, zu erarbeiten. Die Orgel ist in nahezu einem Jahrhundert zu einem Intrument von gut 100 Register in der Tradition der "American Classic" gewachsen.

 

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Organ History

Henry Pilcher's Sons, opus 1005, 1919

Nach der Fertigstellung des heutigen Kirchengebäudes 1919 wurde die erste Orgel von der Firma Henry Pilcher's Sons im selben Jahr gebaut. Dabei handelte es sich um ein 4manualiges Instrument am heutigen Standort vor Kopf des Chores. Nur ein Jahr später, 1920, wurde die Orgel um die Teilwerke Echo und Solo und um einen Auszug im Pedal erweitert. Diese Orgel war Pilchers opus 1047. Die Orgel umfasste nun sieben Teilwerke im Chorraum sowie in den Emporenkammern und hatte 48 klingende Register zzgl. Transmissionen und Auszüge.

 

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M. P. Möller, opus 10527, 1969

M. P. Möller aus Hagerstown/MD baute eine nahezu vollständig neue Orgel. Nur wenige Register der Pilcher-Orgel wurden übernommen. Die Teilwerke in den Kammern zu beiden Seiten der Empore wurden aufgegeben. Nur die blinden Prospekte blieben erhalten. Dafür wurden auf der Empore zwei selbständige Gehäuse errichtet. Hinzu kam ein zweimanualiger Emporenspieltisch. Die Windladen waren vom Pitman-Typ (eine Sonderform der elektro-pneumatischen Membranlade). Die Orgel hatte nun acht Teilwerke mit zusammen 52 klingenden Registern zzgl. Transmissionen und Auszüge.

 

Obwohl die Disposition Neo-Barocke Züge trägt, basieren Bauweise, Mensurierung und Intonation des Pfeifenwerkes auf den Prinzipien der "American Classic Organ", wie sie in den späten 30er Jahren von George Donald Harrison entwickelt worden ist.

 

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Zimmer & Sons, Inc., opus 461, 1992

1992 wurde eine erneute Renovierung notwendig. Die Pitman-Laden sowie die gesamte Windversorgung wurden neu beledert. Es kamen Teilwerke dazu – sowohl im Hauptgehäuse, als auch in der seit 1969 leeren nord-östlichen Emporenkammer. Diese neuen Teilwerke verfügten nun über Schleifladen mit direkter elektrischer Spieltraktur und elektro-pneumatischen Schleifenantrieben. Das neu hinzugekommene Pfeifenwerk war zwar von guter Qualität, mischte sich aber nicht in zufreidenstellendem Maße in den Gesamtklang.

 

Während die meisten Lederteile noch in gutem Zustand waren, wiesen einige Teile doch deutliche Zeichen von Verschleiß auf. Daher waren eine gründliche Überholung und Nachintonation angebracht.

 

 

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Ausgeführte Arbeiten 2018:

In enger Zusammenarbeit mit Dr. Jens Korndörfer wurde ein Konzept entwickelt, um den offensichtlichen Mängeln entgegenzuwirken und der Orgel ein wenig ihres verlorengegangenen orchestralen Glanzes zurückzugeben. Die Arbeiten umfassten:

  • Reinigung, Überarbeitung, Nach-/Neuintonation und Stimmung
  • Neubelederung aller Pitman-Membranen in den Windladen von Möller 1969
  • Grundstimmen wurden zu allen Teilwerken der Hauptorgel hinzugefügt; Mixturen erhielten neue Zusammensetzungen, um die Balance zu verbessern; mit demselben Ziel wurden die Zungen im Schwellwerk entweder ersetzt oder umgearbeitet, um dem Teilwerk mehr Kraft und Präsenz zu verleihen
  • Umarbeitung des Chor-Spieltisches zur Aufnahme der zusätzlichen Register; Ausstattung mit einer neuen Setzeranlage, eines neuen Koppelsystems sowie einer neuen Übertragungsanlage zu den Emporen-Teilwerken
  • Einbau eines neuen Echo-Teilwerkes in der seit 1969 leeren süd-östlichen Emporenkammer; das neue Echo setzt sich zusammen aus einigen leiseren Registern, die aus der Hauptorgel transloziert wurden, und einigen neuen farbigen Charakterstimmen, die die dynamische Bandbreite des Instruments erheblich ausweiten
  • Neu-Verkabelung des Emporenspieltisches sowie Anschluss an das neue Übertragungssystem.

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Alle Beteiligten waren sich einig, dass es sinnvoll wäre, einen lokalen Partner ins Boot zu holen, um auch kurzfristige Wartungsaufgaben in Zukunft bewältigen zu können. So wurde eine Partnerschaft mit AE Schlueter aus Lithonia/G gebildet. Während wir für die Herstellung des neuen Pfeifenwerkes sowie die Intonation der ganzen Orgel zuständig waren, fielen alle technischen Arbeiten in den Aufgabenbereich des Teams von A E Schlueter.

 

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Die so-gut-wie-neue Orgel wird mit einer Konzertserie eingeweiht werden, die am 28. September 2018 beginnt. Dr. Korndörfer wird als Solist mit dem Atlanta Symphony Orchestra Guilmants Erste Symphonie, Jongens Symphonie concertante und Pamela Deckers Windows of the Spirit (Welt-Uraufführung) spielen.

 

Wir möchten Dr. Korndörfers Ehefrau Julia Dokter für die stimmungsvollen Fotos der Orgel danken!

 

zur Disposition…

 

zur Musik…

 

Informationen zur Einweihungs-Konzertserie…