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Bodø/N, Hunstad Kirke

Kleine große Orgel nördlich des Polarkreises

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Als wir im Jahr 2013 von der Gemeinde in Hunstad – einem Vorort von Bodø – kontaktiert wurden, zeigte sich schnell, dass dieses Projekt sehr speziell werden würde. Wie einige norwegische Orgelneubauten der letzten Jahre zeigten, hat man dort erfreulich wenig Scheu, zeitgenössische und eindeutig historisierende Elemente in einem Instrument zu vereinen. So auch hier.

 

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Der Kirchenneubau verlangt nach einem zeitgenössischen Prospekt, der sich der entspannten Ruhe des Raumes unterordnet und typische Gestaltungselemente aufgreift. Hervorstechendes Raumelement ist hier das Altarbild aus quadratischen Fliesen in unterschiedlichen Blautönen, abgesetzt mit Gold. Dieses Motiv, überlagert von einem silbernen Kreuz, bildet den Schleier der neuen Orgel.

 

_klais/bilder/fotos/Artikel/Hunstad/Hunstad11.jpgAltarbild

Die Orgel steht auf einer freitragenden Empore über dem Eingangsbereich der Kirche. Die Orgelnische auf der Westseite dieser Empore kragt frei über den Kirchenvorplatz aus. Daraus ergab sich eine Gewichtsbeschränkung, die auch die Größe des Instrumentes auf den jetzt verwirklichten Umfang begrenzt. So musste ein kreatives Konzept gefunden werden. Treibende Kraft war der zuständige Sachverständige, Domorganist Bjørn Andor Drage, Bodø. Mit ihm zusammen fiel auch die Entscheidung, das Projekt als Gemeinschaftsarbeit mit Manufacture d'orgue Thomas aus dem belgischen Stavelot durchzuführen. So konnte unterschiedliches Knowhow gebündelt werden.

 

_klais/bilder/fotos/Artikel/Hunstad/Hunstad6.jpgSpielschrank

Im Innern des Instrumentes schlagen zwei Herzen. Das Pfeifenwerk ist mensuriert und intoniert nach Vorbildern des mitteldeutschen Barock, allen voran Zacharias Hildebrandt. Für die "traditionellen" Werke Hauptwerk, Schwellwerk und Pedal wurde konsequent eine mechanische Spiel- und Registertraktur gebaut.

 

_klais/bilder/fotos/Artikel/Hunstad/Hunstad7.jpgRegisterzüge, mechanisch: Ø 38mm, elektrisch: Ø 32mm

Das Positiv hingegen besteht aus drei Pfeifenreihen zu jeweils 85 Pfeifen, die sich mit dem Schwellwerk einen gemeinsamen Schwellkasten teilen. Diese Register verfügen über eine elektrische Einzeltonsteuerung und können so in unterschiedlichen Fußlagen abgegriffen werden.

 

_klais/bilder/fotos/Artikel/Hunstad/Hunstad10.jpglinks: Schwellwerk, rechts: Positiv

Um die Flexibilität weiter zu steigern, sind diese Pfeifenreihen unabhängig voneinander den Klaviaturen zuweisbar. Dies geschieht über eine Registermatrix auf dem Touchscreen der rechten Schublade. Trotz der Temperierung der aus diesen Reihen abgegriffenen Aliquoten ist die Wirkung erstaunlich.

 

_klais/bilder/fotos/Artikel/Hunstad/Hunstad8.jpgRegistermatrix der drei Pfeifenreihen

Das Einweihungskonzert mit Michel Bouvard am Spieltisch fand im Rahmen des Internationalen Orgelfestivals Bodø am 25. April 2018 statt. Die neue Orgel wird einer der festen Spielorte des Festivals, das jährlich um den 26. April (Geburtstag des Komponisten Fridthjov Anderssen) stattfindet. Um internationalen Gastorganisten den Umgang mit dem Instrument zu erleichtern, wurde das Setzermenü viersprachig gestaltet. Der zugehörige Touchscreen befindet sich in der linken Schubalde unter dem Klaviaturboden.

 

_klais/bilder/fotos/Artikel/Hunstad/Hunstad9.jpgAnmeldebildschirm des Setzermenüs

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