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Salem-Stefansfeld, Maria vom Siege

Auszug aus dem Abnahmegutachten vom Erzbischöflichen Orgelinspektor Georg Koch:

 

Die neue Orgel in der Filialkirche St. Marien und St. Stephan wurde von Johannes Klais Orgelbau, Bonn, im Mai 2008 fertig gestellt.

 

Die Orgel verfügt über sieben klingende Register auf zwei Manualwerken und Pedal und hat rein mechanische Spiel- und Registertrakturen.

 

Der Orgelprospekt wurde von Gesa Graumann / Orgelbau Klais entworfen und nach Maßgabe des Erzbischöflichen Bauamtes Konstanz geringfügig modifiziert.

 

Die Prospektfront ist dreiteilig gegliedert, zwei Außenfelder mit jeweils 5 Pfeifen umschließen das Mittelfeld mit 15 Pfeifen mit jeweils V-förmigen Labienverläufen. Die Pfeifenmündungen ragen über das goldfarben broncierte Zierband hinaus.

 

Den Prospekt bilden Pfeifen aus dem Register Principal 4' sowie eine Blindpfeife:

 

F# D C E G#           b g# f# e d c B (-) H c# d# f g a h           A F C# D# G

 

Die Register des I. und II. Manuals befinden sich auf der gleichen Windlade, hinter dem Gehäuse steht der Subbass 16' auf einer Einzelregisterlade, die Subbass-Pfeifen bilden gleichzeitig die Gehäuserückwand.

 

Das Gehäuse wurde vollständig in massivem Eichenholz in Rahmen- und Füllungstechnik gebaut, das gewachst wurde. Die Windladen liegen auf 2 Querträgern im Gehäuse.

 

Alle Windkanäle wurden aus dreischichtig verleimtem Eichenholz gefertigt. Die Regulierung des Winddrucks geschieht über einen zentralen Balg im Untergehäuse. Die als Schleiflade gebaute Windlade ist diatonisch in C- und Cis-Seite geteilt. Die Schleifen und die Dämme sind aus Eiche, die Ventilkästen aus Eiche-Schichtholz, die belederten Spunddeckel aus Eiche.

 

Die Tonventile aus Zedernholz sind befilzt und beledert, die Abzugsdrähte aus Messing sind in Ventilanhängern aus Leder eingehängt und laufen durch belederte und garnierte Pulpeten aus Zinn-Blei-Legierung. Die Ventilfedern sind aus Federstahl.

 

Pfeifenstöcke sind aus Eiche und haben ausgebrannte Pfeifenkessel, als Schleifendichtungen kamen beidseitig Liegelind-Ringe zur Verwendung. Die Rasterbretter sind aus Buchenholz mit Federn aus Eiche, die Oberraster und Rasterstützen aus Eiche.

 

Die Stellung der Pfeifen auf den Windladen ist großzügig bemessen. Die 12 großen Holzpfeifen, gemeinsam für Rohrflöte 8' und Gedeckt 8' sind in der Mitte der Windlade zusammengefasst. Sie ragen über das Gehäusedach, das aus Eicherahmen mit Füllungen aus Sackleinen besteht, 6 Holzpfeifen sind gekröpft.

 

Die Pfeifenverführungen verlaufen in den Stöcken, es kamen – bis auf den Prospekt und die großen Holzpfeifen – keine Kondukten zur Verwendung. Die Prospektpfeifen erhalten ihren Wind über Kondukten aus Zinn-Blei-Legierung. Zum Öffnen der Spunddeckel des I. Manuals können die Kondukten herausgenommen werden.

Der Winddruck beträgt 61 mm WS in den Manualen und im Pedal.

 

Alle Bedienelemente an der Spielanlage sind so angeordnet, dass der Spieler ohne längere Eingewöhnungszeit sofort mit dem Instrument zurechtkommt.

 

Intonateur Markus Linden hat es verstanden, ein auf den Kirchenraum abgestimmtes, geschlossenes Klangbild zu formen. Die Flötenregistern steigen zum Diskant hin etwas an. Jedes einzelne Register für sich füllt den Raum, ohne erdrückend zu wirken. Sehr gelungen ist der Kanaltremulant, als Tremblant doux gebaut.

 

In der Kapelle steht nun ein Instrument, das reiche Möglichkeiten zur lebendigen Wiedergabe von Orgelmusik in Gottesdienst und Kirchenkonzert bietet.

 

Georg Koch

Erzbischöflicher Orgelinspektor

 

 

Disposition...

 

 

 

 

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