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Lille/F, Cathédrale Notre Dame de la Treille

„GRAND ORGUE“



Von Paris nach Lille:

Die spannende Geschichte des translozierten Gross-Orgeldenkmals der 60er Jahre

 

Die translozierte Danion-Gonzales-Orgel des Saal 104 von Radio France in Paris findet eine neue Heimat in der Kathedrale Notre Dame de la Treille in Lille.

 

Im Zeitraum zwischen 1957 und 1966 plante, konstruierte, installierte und intonierte die französische Orgelbauwerkstatt Danion-Gonzales das große Orgelwerk für den Saal 104 des Gebäudes von Radio France in Paris. Diese Orgel wurde am 17. Februar 1967 durch Gaston Litaize eingeweiht.

 

In den folgenden Jahren und Jahrzehnten konzertierten auf dem Instrument Marcel Dupré, Olivier Messiaen, Jean Langlais, Gaston Litaize, Pierre Cochereau, Jean Guillou und Thierry Escaich, um nur einige wenige einer grossen Gruppe bedeutender französischer Orgelinterpreten zu nennen. Die Welt der Orgel konzertierte auf dem Instrument in Paris.

 

Im Jahr 1989 erfuhr das Instrument eine Überarbeitung durch die französische Orgelbauwerkstatt Bernard Dargassis.

 

Im Jahr 2006/2007 fiel die Entscheidung, dieses Instrument infolge einer kompletten Neustrukturierung des Gebäudes von Radio France (das Gebäude von Radio France wird zur Zeit im Innern neu gestaltet, alle Säle neu geschaffen), an seinem originalen Standort aufzugeben. Dieser Umstand kam dem Titularorganisten der Kathedrale von Lille, Notre-Dame de la Treille, André Dubois zu Ohren und er entwarf die Vision, diesem Instrument, dieser 100 Register große Orgel des Saales 104 von Radio France in der Kathedrale Notre Dame de la Treille ein neues Zuhause zu geben. Seitens Radio France wurde das Instrument öffentlich zum Verkauf angeboten. André Dubois entwickelte in Zusammenarbeit mit der Orgelbauwerkstatt Klais eine Konzeption für einen Erhalt des Instrumentes, für eine Translozierung dieses wichtigen Stückes französischer Orgelgeschichte von Paris nach Lille.

 

Zu Beginn des Jahres 2007 erarbeitete Orgelbau Klais die detaillierte Konzeption und Planung für die Platzierung des Instrumentes in der Kathedrale zu Lille. Während das Instrument sich in Paris sehr stark in die Breite ausdehnte, stand in der Kathedrale in Lille viel Höhe zur Verfügung, bei deutlich weniger lichter Breite. Es war wichtig, eine Konzeption zu entwickeln, die die Architektursprache des Instrumentes respektierte und dem neuen Aufstellungsort gerecht wurde. In der Kathedrale zu Lille gliedert sich das Instrument vertikal in vier sichtbare Ebenen: Die Positivebene, die Hauptwerks- und Pedalebene, die Schwellwerksebene und die Soloebene. Drei Prospektpfeifenebenen in Verbindung mit den vor dem Schwellwerk hängend angeordneten Pfeifenzylindern spiegeln von außen klar ablesbar diese vertikale Aufteilung des Instrumentes wider. Die neue Anordnung macht es möglich, allen Teilwerken optimalen Zugang zu Wartung und Pflege zu verschaffen.

 

Bei der Grundkonzeption war es allen Verantwortlichen sehr wichtig, das Instrument in seiner Gänze zu erhalten, es als wichtiges Dokument französischer Orgelgeschichte zu respektieren, einschließlich der inzwischen Geschichte gewordenen Veränderungen der Überarbeitung des Instrumentes durch Bernard Dargassis aus den 80er Jahren. Die Besonderheiten des Instrumentes, beispielsweise die Tremulantenkonstruktion, die Eigenheiten der Windkonstruktion, die farbenreiche Disposition, die Mensuraufrückungen, die 1989 erfolgten, die Trakturkonzeption, alle wesentlichen Eigenheiten des Instrumentes wurden unverändert übernommen und als wichtiges Dokument französischer Orgelgeschichte erhalten.

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