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Hamburg/DE, Elbphilharmonie

Endspurt für die Orgel der Elbphilharmonie,

Stand Dezember 2016: Intonation abgeschlossen, Orgel an Kunden übergeben, wir freuen uns auf die Einweihung am 11. Januar 2017!

 

Für den Großen Saal – das Herzstück der Elbphilharmonie Hamburg – wurde eine einzigartige Konzertsaalorgel entwickelt. Das Instrument fügt sich nicht nur perfekt in die spektakuläre Architektur ein, sondern löst auch auf spannende Weise jene Idee ein, die Hamburgs neuem kulturellen Wahrzeichen ins Stammbuch geschrieben wurde: Musik für alle Menschen zugänglich, nahbar und erfahrbar zu machen. So thront die Orgel nicht irgendwo weit entfernt über den Köpfen des Publikums, sondern befindet sich in, neben und hinter den terrassenförmig angeordneten Zuschauerrängen. Einige der 4765 Pfeifen sind sichtbar und berührbar im Raum angebracht. Die Konzeption der Orgel wurde von Manfred Schwartz erarbeitet, der das Projekt als Orgelsachverständiger von Beginn an begleitet hat. Titularorganistin der Elbphilharmonie ist die international gefragte Konzertorganistin Iveta Apkalna.

 

 

Ein Instrument zum Anfassen in einem Konzerthaus für alle

Die große Konzertorgel besteht aus 4765 Pfeifen, 380 davon aus Holz, der Rest aus Zinnlegierungen. Alle Einzelteile mit einem Gesamtgewicht von 25 Tonnen wurden in Bonn hergestellt, neben den Pfeifen auch die Windladen und zwei Spieltische – ein mechanischer, fest mit dem Instrument verbundener und ein mobiler, der vom Orchesterpodium aus gespielt werden kann. Der Auftrag, die Elbphilharmonie solle ein »Haus für alle« sein, wird in der architektonischen Anlage des Instruments auf beeindruckende Weise umgesetzt, denn die 15 mal 15 Meter große Orgel steht ganz nah am Publikum. Einige Pfeifen sind so angebracht, dass Konzertgäste sie sogar berühren können. Dafür sind sie speziell beschichtet, so dass der Händedruck auch vieler Menschen ihnen nichts anhaben kann.

 

 

Die viermanualige Orgel verfügt über eine große klangliche und dynamische Bandbreite, die insbesondere auf die Darstellung der Musik des 19. und 20. Jahrhunderts sowie zeitgenössische Orgelliteratur ausgerichtet ist. Die klingende Länge der kürzesten Orgelpfeife misst lediglich 11 Millimeter und erzeugt einen Ton, der mit 15.600 Hertz dicht an der oberen Hörgrenze des Menschen liegt. Die längste Pfeife ist aus Holz und über 10 Meter lang, sie erstreckt sich über mehrere Ränge. Ihren Ton (mit 16 Hertz) empfindet man eher als ein dumpfes Kribbeln.

 

 

Zwischen diesen beiden Extremen halten die 69 Register eine ganze Welt aus verschiedenen Klangfarben bereit. Ein spannendes Detail: Im Deckenreflektor ist das Fernwerk der Orgel verborgen, sein sphärischer Klang wird vom Publikum kaum zu orten sein.

 

 

Eine Klais-Orgel als Geschenk für Hamburg

Die Klais-Orgel in der Elbphilharmonie wurde speziell für Hamburgs außergewöhnlichen neuen Konzertsaal, seine Architektur, seine Akustik und seine Besucher konzipiert und ist ein Geschenk des Stifters Peter Möhrle. Möhrle hat in Hamburg als Unternehmer gewirkt und möchte der Stadt und ihren Menschen etwas zurückgeben. Zwei Millionen Euro hat er für den Bau der Orgel gespendet.

 

(v.l.n.r.: Manfred Schwartz, Peter Möhrle, Iveta Apkalna, Philipp Klais, Christoph Lieben-Seutter)

 

Am 11. Januar 2017 wird die Elbphilharmonie eröffnet; bereits im November 2016 wird die Plaza für die Öffentlichkeit zugänglich sein.

 

 

 

Texte: Presseinformation der HamburgMusik gGmbH

Fotos: Maxim Schulz, Michael Zapf, Elbphilharmonie Hamburg

InfoGrafik: Elbphilharmonie Hamburg / bloomimages 

 

 

Die Orgel in Zahlen

  • 69 Register (Klangfarben), davon vier auf dem Reflektor
  • 84 Pfeifenreihen mit jeweils bis zu 73 Pfeifen
  • insgesamt klingende 4.765 Pfeifen, davon 380 aus Holz, die übrigen aus unterschiedlichen Zinn-Legierungen
  • längste Pfeife: ca. 10 Meter Länge, erzeugt einen Ton mit 16 Schwingungen pro Sekunde; da die untere Hörschwelle bei ungefähr 20 Schwingungen liegt, kann man diese Töne mehr fühlen als hören
  • kleinste Pfeife: ca. 11 Millimeter Länge, erzeugt einen Ton mit 15.600 Schwingungen pro Sekunde; diese Frequenz liegt dicht an der oberen Hörgrenze
  • maximaler Windverbrauch: ca. 180m³ pro Minute
  • vier Ventilatoren, davon einer auf dem Reflektor
  • ein Spieltisch an die Orgel angebaut
  • zweiter Spieltisch fahrbar auf der Orchesterbühne
  • Gesamtlänge der hölzernen Verbindungen von den Tasten im angebauten Spieltisch zu den Pfeifen: 700m
  • Breite der Orgel: 15m
    Höhe der Orgel: 15m
    Tiefe hinter den sichtbaren Frontpfeifen (Prospekt):3m
  • Gewicht: ca. 25 Tonnen
  • An der Orgel arbeiten ca. 45 Orgelbauer zusammen ca. 25.000 Stunden

 

Das Layout der Orgel hinter dem Prospekt zeigt eine InfoGrafik, die Sie hier ansehen können.

 

Diese Grafik ohne Beschreibungen finden Sie auch als Poster in unserem Download-Bereich.

 

zur Disposition...

 

Und weitere Informationen, auch zu Veranstaltungen, finden Sie auf der Website der Elbphilharmonie sowie der zugehörigen Presseseite.

 

 

Einige Filmbeiträge zur neuen Orgel auf der nächsten Seite

 

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