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Übersicht

Waldbreitbach, Maria Himmelfahrt

Restaurierung der Klais-Orgel von 1896  

 

Waldbreitbacher Orgelgeschichte

Die Weil-Orgel von 1811

Die ersten Nachrichten über eine Orgel in der alten Waldbreitbacher Pfarrkirche sind im Jahr 1810 zu finden. Die ärmliche, mit weltlichen Gütern nicht gerade üppig ausgestattete Kirchengemeinde mit ihren Sendschöffen des Kirchspiels beschloss unter der Leitung des als musikfreudig beschriebenen Pfarrers Kaspar Oberhäuser, eine Orgel zu bauen. Am 26. Juni 1810 hatte die Gemeinde ein Hofgut in Gerhardshahn bei Neustadt für 1.560 Reichsthaler versteigert. Von diesem Erlös entfielen 790 Reichsthaler auf die neue Orgel, 500 Reichsthaler wurden langfristig für die Löhnung des künftigen Organisten zurückgelegt, der 45 Reichsthaler im Jahr bekommen sollte.

 

Bereits vierzehn Tage später, am 15. Juli 1810 wurde von Pfarrer Oberhäuser, Amtmann Reinhard und sämtlichen Sendschöffen mit dem Neuwieder Orgelbauer Christian Weil ein Vertrag über einen Orgelneubau abgeschlossen. Die neue Orgel sollte elf Register erhalten (gebaut wurden jedoch zwölf Register!). Dieser finanziell gewagte Schritt, die Orgel kostete immerhin 1100 Gulden, stieß jedoch nicht auf Gegenliebe bei der kirchlichen Verwaltung in Trier. Noch acht Jahre später beklagte sich Generalvikar Hommer in einem Brief über diese Maßnahme: „Ich denke immer mit wahrem Bedauern an die finanzielle Lage. Man habe damals die Orgel mit großen Kosten verbauet und dem Organisten jährlich ein Gehalt von 45 Thalern ausgeworfen. Wenn man so mit dem Kirchenvermögen umgeht, ist es nicht zu vermeiden, wenn nichts übrig ist...“

 

Über das Datum der Fertigstellung gibt es widersprüchliche Angaben. Im Archiv der Verbandsgemeinde heißt es: „Zu künftiges Johanni 1811 soll die Orgel brauchbar in der Kirche stehen.“ Andere Quellen sprechen von 1813.

 

Die Weil-Orgel hatte folgende Disposition:

 

Manual
Viola di Gamba 8’ Bass aus Holz, Discant von Metall
Bourdon 8’
Hohlflöte 8’
Prinzipal 4’ Englisches Zinn
Flöte 4’ Holz, offen
Gedackt 4’ Holz
Octav 2’ Metall
Quint 1 1/2’ Metall
Mixtur 3f 1’ Metall
Trompete 8’ Metall
Pedal
Subbass 16’ Holz
Prinzipalbass 8’ Holz
Koppel
Tremulant

 

Die Manualtasten waren mit Elfenbein und Ebenholz belegt, das Gehäuse aus „schönem“ Eichenholz orientierte sich am Modell der Heddesdorfer Orgel.

 

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