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Buenos Aires/AR, Centro Cultural Néstor Kirchner

Musik im Bauch des Wals

 

Das neue Centro Cultural Néstor Kirchner wurde am 21. Mai 2015 feierlich eingeweiht. Das Gebäude allerdings hat schon eine lange Geschichte hinter sich. Gebaut wurde es unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen in den Jahren 1911 bis 1928 nach Entwürfen des französischen Architekten Norbert Maillart als zentrales Postamt (Correo central, "Palacio del Correo").

 

 

Kurz nach seinem Amtsantritt 1946 verlegte Präsident Juan Perón seinen Amtssitz in das grandiose Gebäude. In der Folge wurde die Abfertigung der nationalen Post in ein neues Gebäude verlegt. 2005 wurde das letzte Postbüro im Hause geschlossen. Der damalige Präsident Argentiniens Néstor Kirchner regte die Umwandlung in ein Kulturzentrum an.

 

 

Geplant war eine Fertigstellung zum zweihundertjährigen Bestehen des Staates Argentinien 2010. Daher der ursprüngliche Name Centro Bicentenario. Nachdem eine Fertigstellung zum Jubiläumsjahr unmöglich geworden war und nach Kirchners Tod im Jahre 2010 wurde der Name in Centro Cultural Néstor Kirchner geändert.

 

 

Die prachtvolle Neo-Renaissance-Architektur bildet nun den Rahmen für den spektakulären neuen Konzertsaal, der im großen Innenhof zu schweben scheint. Darüber erhebt sich eine den ehemaligen Innenhof überspannende Stahl- und Glaskonstruktion, die Ausstellungs- und Tagungsräume enthält. Ähnlich der gläsernen Kuppel über dem Eingangsrisalit, ist auch sie über ein LED-System beleuchtet.

 

 

Unter den neuen blauen Glasflächen schimmert die blasenförmige Struktur in einem Kleid aus engmaschigem Edelstahlgeflecht. Farbe und Form gaben dem Konzertsaal seinen Namen: La Sala "Ballena azul" (Blauwal).

 

 

Philipp Klais schrieb anlässlich der Einweihung:

"Die Idee von Respekt gegenüber den Traditionen vergangener Tage in Verbindung mit einer auf die Zukunft ausgerichteten Umformung ist auch das Thema der Orgel, die sich schon seitens ihrer äußeren Gestaltung von Orgeln in Kirchenräumen unterscheidet: Die Orgel ist als ruhige Skulptur an der Stirnwand des Raumes als Musikinstrument erkennbar und doch mit der Raumarchitektur verschmelzend.

 

 

So ist auch die musikalische Idee des Instrumentes so konzipiert, dass die Orgel als Soloinstrument eine große Bandbreite der zur Verfügung stehenden Orgelliteratur darstellen kann, aber ganz bewusst auf die vielen Begleitaufgaben im Konzertsaal ausgerichtet ist: das Verschmelzen mit einem Orchester, der musikalische Wettstreit mit einem Orchester und die vielen Aufgaben in der Begleitung von Chören und Solisten sowie Ensembles der unterschiedlichsten Instrumente.

 

 

Die Orgel ist ganz bewusst nicht als Stilkopie ausgebildet, sondern als modernes, auf die Zukunft ausgerichtetes Instrument, welches das Ziel hat, nicht nur die Ohren, sondern vor allem die Herzen aller Argentinier und Gäste aus der ganzen Welt zu erreichen."

 

 

zur Disposition...

 

Video vom Einweihungswochenende:

Himno Nacional Argentino

Orquesta Sinfónica Nacional

Maestro Pedro Ignacio Calderón

Elena Roger, soprano

 

 

 

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