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Wesseling-Keldenich/DE, St. Andreas

Restaurierung abgeschlossen

 

Die Orgel im alten Kirchenschiff von St. Andreas in Wesseling-Keldenich ist ein historisches Instrument, das der Überlieferung nach von der Kaiserswerther (heute Düsseldorf) Werkstatt von Edmund Fabritius (1838 – 1914) gebaut wurde. Dies wird in einer Inschrift in einem der beiden Bälge mit der Signatur „E. Fabritius, Kaiserswerth“ bestätigt. Direkte archivalische Hinweise sind derzeit jedoch nicht bekannt, so dass die genaue Erbauungszeit der Orgel weiter unbekannt bleiben muss.

 

Die „im romanischen Styl“ neu gebaute Kirche, in Anlehnung etwa an den Limburger Dom, nach dessen damaligem Hochaltar auch das erhaltene Altarretabel gestaltet wurde, wurde am 15. August 1888 eingeweiht. Die Keldenicher Familie Schurff hatte neben dem Taufbrunnen und drei Chorfenstern auch die Orgel gestiftet. Vermutlich war die Orgel bereits mit der Einweihung der Kirche fertiggestellt.

 

Über Reparaturen berichtet eine Inschrift in der Kniefüllung des Spieltisches: „rep. 1923 April“, auf der Pfeife Gs des Principal 8‘ „H. Schönfeld, Maler Leipzig 1929“. Diese Arbeiten könnten auch mit dem Wiedereinbau der sicherlich 1917 abgegebenen Prospektpfeifen aus Zinn und deren Ersatz durch die bis zuletzt vorhandenen Zinkpfeifen im Prospekt stehen.

 

Nach dem Archiv der Werkstatt Klais wurde in der Nachkriegszeit 1947 eine Reparatur durchgeführt. 1953 wurde die Orgel gereinigt und zum ersten Mal eine Gebläsemaschine angeschlossen. In diesem Zusammenhang wurde das Register Cornet 1-3fach ausgetauscht und aus älteren Materialien eine neue Mixtur zusammengestellt. Dabei wurden die Bänkchen neu angefertigt und die Stöcke abgeändert. Erst 1959 wurde die Orgel routinemäßig wieder gestimmt.

 

 

Im Zusammenhang mit der Kirchenerweiterung hat am 10. Januar 1967 Hans Gerd Klais die Kirche in Keldenich besichtigt und dokumentierte dabei die damals noch spielbare Fabritius-Orgel auf.

 

Nach dem Einbau der neuen Breil-Orgel im neuen Kirchenanbau wurde die Orgel unspielbar, der Motor wurde abgeklemmt. Die gesamte Orgelanlage war zuletzt so undicht, dass kaum noch ein Ton gespielt werden konnte. Das Innere der Orgel war völlig verwahrlost, an allen Orgelteilen gab es Farbspritzer, alles war voller Dreck und abgeschlagenen Putzteilen, hinter dem Orgelgehäuse gab es eine Lagerung verschiedenster Art. Der Abbruch der Orgel war eine Frage der Zeit.

 

Im Zusammenhang mit dem verstärkten Interesse an der alten Kirche, in der heute wieder häufig Gottesdienst gefeiert wird, kam auch die Orgel wieder ins Bewusstsein zurück als wertvolles historisches Instrument. Aufgrund seiner Bauweise mit Schleifladen und mechanischer Traktur ist es eine respektable Orgel, deren Qualität trotz der Vernachlässigung erkennbar war. Daher schien die Restaurierung dieser Denkmalsorgel als durchaus wünschenswert und als eine Bereicherung für den Kirchenraum.

 

 

zur Disposition...

 

vollständiger Restaurierungsbericht (PDF, 4MB)...

 

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