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Bonn/DE, St. Joseph

Pfarrgemeinde unserer Werkstatt hat eine neue Orgel erhalten

 

Mit der stetigen Erweiterung der Bonner Innenstadt nach Norden nach der Jahrhundertwende wurde die Stiftspfarre, die schon 1908 eine Orgel aus unserem Hause erhalten hatte (opus 365), geteilt, und die neue Pfarre St. Joseph am Kaiser-Karl-Ring eingerichtet. Die neue Kirche entstand in den Jahren 1930-31 nach Plänen der Kölner Architekten Boell und Neuhaus als einschiffige Hallenkirche mir erhöhtem Chorraum und hoher Holzdecke. Als Standort für eine Orgel sahen die Architekten den Cäciliensaal vor, der sich mit drei schlanken Arkaden seitlich zum Chorraum öffnet.

 

Für diesen Standort planten wir 1931 unser opus 769 mit 28 Registern auf drei Manualen und Pedal. Aus Kostengründen konnten damals nur zwei Manuale mit 22 Registern realisiert werden. 1974 wurde die Orgel auf die große Westempore umgestellt und auf 27 Register erweitert, allerdings abweichend von der ursprünglichen Disposition. Das Werk war und blieb ein Provisorium, nicht zuletzt wegen seiner unglücklichen Aufstellung seitlich der großen Rosette, des Fehlens eines klangbündelnden Gehäuses und der jahrzehntelangen Vernachlässigung in Erwartung eines Neubaus.

 

 

Aber Provisorien haben bekanntlich ein langes Leben. 2012 meldete sich ein Spender, der die Bereitschaft signalisierte, den größten Teil eines neuen Werkes zu finanzieren. Damit bekamen Neubaupläne neuen Aufwind. Nach jahrelangen vergeblichen Anläufen ging nun auf einmal alles sehr schnell. Der Vertrag wurde am 31. Januar 2013 feierlich unterzeichnet.

 

Vetragsunterschrift (l.n.r.: P.C.A. Klais, V. Heitzer, K. Vogel)

 

Die Sanierung sowie statische Sicherung der Empore nahm die zweite Jahreshälfte 2013 ein, während in unserer Werkstatt fieberhaft an der Orgel gearbeitet wurde. Am 3. Februar 2014 begann die Montage in der Kirche. Seitdem traten fast täglich weitere Teile den fünfminütigen Weg aus unserer Werkstatt in die Kirche an. Die Fertigstellung erfolgte Ende Juni.

 

Möglich gemacht wurde das Neubauprojekt durch die grenzenlose Großzügigkeit eines einzelnen Spenders. Sein Portrait ist auf dem Labium der größten Prospektpfeife verewigt.

 

 

Treibende Kraft hinter den Kulissen war der Vorsitzende des Orgelausschusses Klaus Vogel. Zur bleibenden Erinnerung an seinen unermüdlichen Einsatz wurde das Register Nachtigall hier "Vogelstimme" genannt.

 

 

Um der besonderen Beziehung unserer Werkstatt zu unserer "Hauskirche" besonderen Wert beizumessen, hat das neue Werk die Opusnummer 2000 erhalten. Damit greifen wir der rein chronologischen Vergabe um ca. 70 Nummern vor. Das gab es in der Geschichte unserer Werkstatt erst zweimal zuvor: 1948 im Kölner Dom mit opus 1000 und 2012 in der Bonner Schlosskirche mit opus 1882 in Erinnerung an unser Gründungsjahr.

 

Die Disposition der neuen Orgel entstand in Zusammenarbeit mit dem Organisten Vincent Heitzer und dem zuständigen Sachverständigen Reiner Schuhenn. Für den Prospektentwurf zeichnet der Aachener Orgelbauer und Architekt Odilo Siebigs verantwortlich.

 

Eine Diaserie mit weiteren Bildern finden Sie hier:

 

 

 

 

...zur Disposition


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