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Bonn, St. Marien

Orgel von Johannes Klais erklingt wieder

 

Orgel am neuen Standort in Bonn, St. Marien

 

Die Orgel wurde ursprünglich 1896 erbaut als Opus 78 für die Schloßkapelle Liebieg in Gondorf/Mosel (Kobern‑Gondorf, Niederburg)

 

Das Instrument ist die älteste intakte pneumatische Orgel von Johannes Klais. Sie besitzt einen Abstrom‑Spieltisch, der frontal in der Brüstung stand. Die Register werden über Manubrien, die in horizontaler Reihe über dem Manual angebracht sind und an eine mechanische Registratur erinnern, eingeschaltet. Ein Porzellanschild weist die Orgel als Opus 78 von Johannes Klais aus. Die Disposition lautet:

 

Manual C‑f3

Principal                 8'

Salicional                8'

Gedeckt                  8'

Flöte                        4'

 

Ped C‑d'

Subbaß                   16'

 

Koppel I‑Ped

»Volles Werk«

 

Das Pfeifenwerk steht in einem hinten und oben offenen Gehäuse, die Rückwand wird durch den Subbaß 16' gebildet. Die Pfeifen der großen Oktave der Manual‑Register sind hinter die sechseckigen seitlichen Prospekttürme abgeführt. Tonverlauf:

 

Kirchenwand

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Cis      Subbaß 16'    cis'

C         Subbaß 16'    d'

‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑ ‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑

e3       Flöte 4'           c0

e3       Gedeckt 8'     c0

e3       Salicional 8'   c0

e3       Prinzipal 8'     c0

 

f3         Flöte 4'           cs0

f3         Gedeckt 8'     cs0

f3         Salicional 8'   cs0

f3         Prinzipal 8'     cis0

‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑‑

Prospekt

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Spieltisch

 

Zwischen den Windladen befindet sich kein Stimmgang. Es wurde kein Zink verwendet, die Rohrtraktur ist aus Messing.

 

1962 wurde eine elektrische Gebläsemaschine angeschlossen, Schöpfer und Doppelfaltenmagazinbalg sind erhalten.

 

1992 wurde in die Kapelle eine Beton‑Zwischendecke eingezogen und die Orgel an die Fa. Klais verkauft. Die ehemals kühne Wirkung der steilen Raumproportionen in Verbindung mit dem schlanken Orgelprospekt ist weitgehend zerstört.

 

Orgel am originalen Standort

 

Das Instrument besitzt sowohl hinsichtlich seines reich geschnitzten neugotischen Gehäuses als auch durch seine seltene pneumatische Konstruktion einen besonderen Stellenwert im Oeuvre von Johannes Klais.

 

Seit April 2010 steht das Instrument als Dauerleihgabe der Erbauerfirma in St. Marien. Dort ergänzt sie optisch und klanglich die Hauptorgel von 1897 aus unserem Hause.

 

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